Verbrennungs­anlagen

Verbrennungs­anlagen für Abfälle mit gebundenem Stickstoff

Bestimmend für die NOX Bildung bei der Verbrennung von organischen Stickstoffverbindungen oder Ammoniak ist das chemische NOX (auch „Brennstoff-NOX“ genannt). Abhängig von Art und Konzentration der Stickstoffverbindung werden in einer einstufigen Verbrennung bis zu 85% des gebundenen Stickstoffs zu NOX umgewandelt.
Die Auswahl der erforderlichen Technologie für die Entsorgung stickstoffhaltiger Abfälle hängt im Wesentlichen von der Stickstoffkonzentration in den Abfällen sowie dem der Verbrennung nachgeschalteten Prozessstufen ab.

SNCR System
Ist der Stickstoffgehalt in den Abfallströmen niedrig und wird keine Dioxinbildung bei der Verbrennung von chlorierten Abfällen erwartet, kann das SNCR-Verfahren (selektive nicht katalytische Reduktion) angewendet werden. Nach der Verbrennungsstufe, in der die organischen Teile bei hoher Temperatur oxidiert werden, wird das Verbrennungsgas in einer nachfolgenden Kühlungsstufe auf eine bestimmte Temperatur abgekühlt. Diese Kühlungsphase kann sowohl Bestandteil des Strahlungsabschnitts eines Dampfkessels als auch eine separate Kühl-/Reaktionskammer sein. In diese „kalte“ Zone wird Ammoniak in das Rauchgas eingedüst, welches dann mit dem NOX zu N2 und H2O umgesetzt wird.

Gestufte Verbrennung
Enthalten die Abfallströme höhere Konzentrationen an gebundenem Stickstoff ist der Wirkungsgrad eines SNCR Systems zu gering, um die Emissionsvorschriften zu erfüllen. Hier kann die chemische NOX Bildung durch eine zweistufige Verbrennung minimiert werden. Bei ausreichender Verweilzeit und reduzierenden Bedingungen in der ersten Verbrennungsphase (Sauerstoffmangel) wird der chemische Stickstoffanteil im Abfall zu molekularem N2 umgewandelt. In der zweiten, der oxidierenden Phase, werden die reduzierenden Bestandteile (CO und H2) mittels sekundärer Verbrennungsluft bei tieferer Temperatur verbrannt.
Die bei der Verbrennung freigesetzte Wärme kann zur Dampferzeugung oder zum Erhitzen von Thermalöl oder Wasser sehr effizient eingesetzt werden.

SCR System
Die dritte Option für die Verbrennung stickstoffhaltiger Abfälle ist das SCR-Verfahren (selektive katalytische Reduktion). Diese Technologie wird üblicherweise angewendet, wenn der resultierende NOX Gehalt im Rauchgas nicht zu hoch ist und/oder dieses auch Dioxine aus der Chlorverbrennung enthält. Bei Temperaturen zwischen 200°C – 300°C wird Ammoniak in das Rauchgas vor dem Katalysator eingedüst. An der Oberfläche des Katalysators reagiert der Ammoniak mit dem NOX zu N2 und H2O . Der für die NOX Reduktion verwendete Katalysator ist auch in der Lage, Dioxine zu zerstören, die sich üblicherweise bilden, wenn chlorhaltige Abgase langsam abgekühlt werden (z.B. in einem Dampfkessel).


Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen